09. Weiterentwicklung der Stauffenbergschule

Auf der Grundlage der Ausführungen der einzelnen Fachbereiche werden folgende Entwicklungsschwerpunkte für die nächsten vier Jahre gemeinsam verfolgt.

Unser Auftrag ist die Gestaltung eines erfolgreichen Lehr- und Lernangebots. Dies schließt individuelles und gemeinsames Reflektieren des Lehren und Lernens an der Stauffenbergschule und eine konstruktive, wohlwollende und wertschätzende Auseinandersetzung darüber ein.

Das Schulprogramm zeigt, dass eine Fülle an bewährten Unterrichtskonzepten und Unterrichtserfahrungen an der Stauffenbergschule existieren. Diese sollen erhalten und weiter ausgebaut werden. Das Vorstellen der unterschiedlichen Unterrichtideen kann Impulse für den Transfer in den eigenen Unterricht und für die Beschäftigung in den Fachbereichskonferenzen und Teamtreffen bringen.

In vielen Bereichen wurden die Umbrüche in den Branchen der Ausbildungsbetriebe und den zukünftigen Arbeits- und Berufswelten der Auszubildenden durch Aktualisierungen der Schulcurricula aufgegriffen. Die Veränderungen werden zukünftig verstärkt durch binnendifferenzierten und individualisierten Unterricht berücksichtigt.

Die Teilprogramme der Ausbildungsberufe zeigen durchgängig eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Ausbildungsbetrieben, um den Ausbildungserfolg der Auszubildenden zu gewährleisten. Diese Zusammenarbeit ist unterschiedlich ausgestaltet. Sie umfasst z.B. Arbeitskreis-sitzungen, Praxiseinblicke, Exkursionen, Referenten, Beteiligung in den Prüfungsausschüssen der zuständigen Stellen und Beteiligung zur Prüfungserstellung in den jeweiligen Gremien. Wir werden weiterhin dieses aktive Netzwerk ausbauen, insbesondere durch gebündelte Betriebsbesichtigungen, regelmäßige Veranstaltungen mit ehemaligen Auszubildenden und Fachreferenten aus der Praxis sowie einer fachbezogenen Kooperation mit anderen Frankfurter beruflichen Schulen.

Im Fremdsprachenbereich konzentrieren wir uns auf die Verbreiterung des bilingualen Unterrichts-angebotes in weiteren Ausbildungsberufen. Die Verbindung von niveaudifferenziertem Fremdsprachenunterricht, Vertiefungen der Sprachenkompetenzen durch Auslandspraktika und Zertifizierung der Fremdsprachkompetenzen sollte stärker verzahnt werden. Die europäische Dimension sollte durch Austausch mit europäischen Schulen sowie curriculare Verankerung vertieft werden.

Die berufliche Schule hat nicht nur die Aufgabe der Qualifizierung, sondern auch einen allgemeinen Bildungsauftrag gemäß § 39 (1) des Hessischen Schulgesetzes:

„Die Berufsschule vermittelt fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten und erweitert die Allgemeinbildung. Sie trägt zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf und zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in wirtschaftlicher, technischer, sozialer und ökologischer Verantwortung bei.“

Die Erweiterung der Allgemeinbildung erfolgt in der Stauffenbergschule in Form von Unterrichtsan-geboten im Klassenverband und Unterrichtsangeboten, in die sich die Auszubildenden einwählen können. Diese Unterrichtsangebote berücksichtigen die folgenden Eckpunkte: Bildungsauftrag, die Interessen der Lernenden und die spezifischen Qualifikationen und Schwerpunkte der Lehrenden. Das Angebot innerhalb dieser drei Eckpunkte muss immer wieder neu ausbalanciert werden. Darauf werden wir unser Augenmerk legen.

Da das Übergangssystem in der Diskussion ist und die Beschulung von Flüchtlingen in InteA-Klassen an beruflichen Schulen ansteht wird es in Vollzeit-Bereich Veränderungen geben.

Die sachlichen Voraussetzungen für den Transfer der guten Erfahrungen aus dem Pilotprojekt „Media meet School“ - Tablet-Einsatz im Unterricht der Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung - sind an die Schaffung einer WLAN Infrastruktur durch den Schulträger geknüpft. Sobald diese vorliegt besteht die hohe Bereitschaft mobile digitale Endgeräte sinnvoll in den Unterricht zu integrieren.

Durchgängig wird die Notwendigkeit von Fortbildungen zur Sicherung der fachlichen, didaktisch-methodischen Aktualität und Qualität des Unterrichts betont. Der Erhalt und Ausbau der Professionalität ist wesentlich, dies wird im Fortbildungsplan der Stauffenbergschule aufgegriffen und konkretisiert. Darüber hinaus fördert der berufsbezogene Austausch u.a. in Fachteam-Nachmittagen sowohl die ständige Weiterentwicklung der Professionalität als auch des Unterrichtsangebots.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Schulkultur ist die Orientierungshilfe, die in der Gesamtkonferenz am 08.12.2015 beschlossen wurde: „An der Stauffenbergschule pflegen im Interesse gelingender Lernprozesse alle Mitglieder der Schulgemeinde eine professionelle Kommunikation. Wertschätzende Umgangsformen und die Einhaltung von Vereinbarungen prägen das Miteinander und wirken sich positiv auf die Lern- und Arbeitsatmosphäre in der Schule aus.“

Die Schulleitung möchte auch zukünftig an der Weiterentwicklung der Stauffenbergschule alle interessierten Lehrkräfte beteiligen, insbesondere im Rahmen von  „Gesprächsrunden“.

Nachdem unterschiedliche Möglichkeiten der Evaluation (Stichwort: Qualitätsentwicklung) erprobt wurden, werden diese Beispiele in einer der nächsten Gesamtkonferenzen vorgestellt um Schluss-folgerungen über zukünftig anstehende Evaluationen zu ziehen.

Damit Schülerinnen und Schüler in ihrem Berufsleben und in ihrer Lebensgestaltung erfolgreich sind, streben wir als Ergebnis die Erhaltung und Weiterentwicklung unseres differenzierten und erwachsenengerechten Unterrichtsangebots durch Reflexion und Verbesserung unserer Strukturen und Abläufe an. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auch auf eine möglichst hohe Unterrichtsabdeckung.

Wir schätzen die Vielfalt, die an der Stauffenbergschule existiert, und wir nehmen die Gemeinsamkeiten der Berufe, Schulformen, Bereiche und aller beteiligten Akteure wahr. Wir nutzen die Chancen der Vielfalt und entwickeln die Gemeinsamkeiten weiter, um als berufliche Schule den Bildungsauftrag zukunftsorientiert im Interesse der Schülerinnen und Schüler zu realisieren.